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Planungsgruppe der Kommune Niederkaufungen

Peak Oil –
Über das Ende des billigen Öls

Inhalt:

Von der Bedeutung des Erdöls für unsere Gesellschaft

Öl ist ein ganz besonderer Stoff mit einer herausragenden Bedeutung für unserer Gesellschaft. Öl ist brennbar und weist eine hohe Energiedichte auf. Öl ist flüssig und lässt sich somit leicht transportieren, lagern und handhaben. Es treibt unseren Verkehr an und heizt einen Großteil unserer Wohnungen. Öl ist Grundlage für Schmierstoffe. Und schließlich ist Erdöl auch der Rohstoff für die chemische Grundstoffindustrie. Aus Erdöl werden fast alle Kunststoffe hergestellt, Medikamente, Pestizide, Farben, Lacke und Klebstoffe, Kunstdünger usw. Erdöl ist aufgrund seiner Eigenschaften existenziell wichtig für unsere heutige Gesellschaft, und es kann aufgrund des hohen Verbrauches nicht ohne weiteres ersetzt werden. Auf Seite 13 der Peak-Oil-Studie der Bundeswehr heißt es dazu: „90% aller industriell gefertigten Produkte hängen heute von der Verfügbarkeit von Erdöl ab“ und weiter: „Eine starke Verteuerung des Erdöls würde ein systemisches Risiko darstellen, da die Funktionalität großer Teile heutiger Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme von der Verfügbarkeit relativ preiswerten Erdöls abhängig ist.“ Erdöl ist die Grundlage unserer Industriegesellschaft. Wir sind abhängig vom Öl.

Syncrude Mildred Lake Plant
Abbildung 1: Tagebau der Syncrude Canada Ltd. zum Abbau von Ölsanden in Kanada
Bildquelle: Wikipedia
Ölfeuer und verseuchtes Land im Niger-Delta
Abbildung 2: Ölfeuer und verseuchtes Land im Niger-Delta im Siedlungsgebiet der Ogoni
Bildquelle: „Oil Impact Warnings in Ogoni Land“, UNPO

Risiken und Nebenwirkungen

Die Verwendung von Erdöl birgt aber auch schwer wiegende Probleme:

Ökologisch:

Die Verbrennung des Erdöls setzt CO₂ frei, das deutlich zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Ölförderung ist teilweise mit drastischen Folgen für die Umwelt verbunden, insbesondere z.B. die Förderung von Teersanden in Kanada (siehe Abbildung 1).

Sozial:

Die Gewinne aus dem Ölgeschäft kommen in den meisten Ölförderländern nur einer sehr kleinen Schicht der Bevölkerung zu gute, während große Teile der Bevölkerung in Armut leben. Soziale Ungleichheit wird verschärft, Spannungen sind vorprogrammiert. Geld aus dem Ölgeschäft wird eingesetzt, um ein Aufbegehren zu unterdrücken. Arme Bevölkerungsschichten leiden mit unter zusätzlich an der Verseuchung des von ihnen als Ackerland benötigten Bodens. Kaufen wir Öl aus entsprechenden Ländern, unterstützen wir damit auch die dort etablierten sozialen Strukturen.

Politisch:

Menschen, die sich gegen die mit der Ölförderung einhergehenden Vergiftung ihrer Lebensräume einsetzten, werden, wie im Falle von Ken Saro-Wiwa von diktatorischen Staaten zugunsten der Interessen multinationaler Konzerne unterdrückt. Öl- und Gasvorkommen finanzieren Diktaturen an vielen Stellen der Welt, finanzieren Kriege oder sind überhaupt erst der Grund für viele Kriege. Eine Abkehr vom Öl würde uns noch viele weitere Kriege ersparen.

Allein solche ökologischen und politischen Überlegungen sollten uns Grund genug sein, unsere Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren und uns so schnell wie möglich ganz vom Erdöl zu lösen.

Peak Oil – das Ölfördermaximum

Hubbert Peak
Abbildung 3:
Oben: Phasen der Förderung an einer Ölquelle. Zunächst muss die Quelle erschlossen werden. In dieser Phase steigt die Ölproduktion an. Anschließend wird ein Plateau erreicht, auf dem mit maximaler Leistung gefördert wird. In der dritten Phase fällt schließlich die Produktion wieder ab.
Unten: Überlagert man die Produktionskurven der Förderanlagen eines Ölfeldes oder einer Förderregion, so ergibt sich in der Summe die Hubbert-Kurve.
Bildquelle: Wikipedia

Früher oder später werden wir uns so oder so vom Erdöl lösen müssen, denn die weltweiten Erdölvorkommen sind begrenzt. Aber wann werden wir mit den Folgen der Endlichkeit der Erdölvorkommen konfrontiert werden?

Die Ölforderung in einer einzelnen Ölquelle folgt in etwa einem bestimmten Verlauf, bestehend aus Erschließung, maximaler Produktion und schließlich dem Produktionsrückgang (Siehe Abbildung 3 oben). In dieser letzten Phase wird mit zunehmendem technischen Aufwand und schwindendem Erfolg versucht, noch möglichst viel Öl aus der Quelle zu ziehen. Betrachtet man ein ganzes Ölfeld, so überlagern sich die Produktionskurven der einzelnen Quellen. Die sich ergebende Kurve wird auch Hubbert-Kurve genant. Der Erdölexperte Marion King Hubbert übertrug 1956 diese Kurve auf die amerikanische und die weltweite Ölförderung und prägte den Begriff "Peak Oil" für das Ölfördermaximum. Am Anfang belächelt, erregte er jedoch damit letztendlich viel Aufsehen, denn seine Vorhersage für ein Fördermaximum der USA um das Jahr 1970 bestätigte sich am Ende. Das weltweite Ölfördermaximum berechnete Hubbert auf das Jahr 2010.

Im Jahr 2000 gründete sich um den Erdölgeologen Collin J. Campbell die Assosiation for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO). Diese Vereinigung bestimmte den Peak Oil auf das Jahr 2008, was sich bisher auch bestätigt hat. Darin enthalten sind bereits unkonventionelle Öle wie Schweröl, Ölsande, polares Öl und sogar Erdgaskondensat. Im in eben diesem Jahr 2008 stieg der Ölpreis bis auf 146 $/Barrel (zum Vergleich: 1998 ca. 12 $/Barrel im Jahresmittel). Während in der Vergangenheit Ölpreisanstiege stets mit einer deutlichen Ausweitung der Ölförderung beantwortet und abgefedert wurden, blieb eine solche Erhöhung der Erdölförderung 2008 erstmals in der Geschichte trotz des drastischen Ölpreisanstiegs aus. Der Ölpreis stieg weiter, bis die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ausbrach und den Ölverbrauch drosselte. In der Folge sank der Ölpreis bis auf ca. 40 $/Barrel, was immer noch ein vergleichsweise hohes Preisniveau darstellt. Die weltweite Ölförderung hat den Höchststand von 2008 nicht wieder erreicht, der Ölpreis ist jedoch schon wieder auf über 120 $/Barrel angestiegen (Stand April 2011). Dies lässt vermuten, dass der Ölförderpeak tatsächlich erreicht ist, ein Beweis ist das aber nicht. Eindeutig wird sich der Zeitpunkt des Ölfördermaximums erst einige Jahre nach seinem Eintreten bestimmen lassen.

Die Hubbert-Kurve lässt sich auch auf die Funde neuer Lagerstätten anwenden. In Abbildung 4 kann man erkennen, dass die größten Ölvorkommen bereits relativ früh entdeckt wurden. Spätere Funde wurden dann immer kleiner. Wenn heute in den Medien von neu entdeckten gigantischen Ölfeldern z.B. vor der Küste Brasiliens gesprochen wird, so sind diese Ölfunde in keinster Weise mit den Funden der späten 40er bis 60er Jahre vergleichbar. Die Felder sind viel kleiner, viel schwieriger zu erschließen und enthalten häufig Öl von minderer Qualität (Schweröl). Abbildung 4 zeigt, dass seit etwa 1980 die Menge an gefördertem Öl die Menge an neu gefundenem Öl übersteigt. Die verfügbaren Reserven müssten seit dieser Zeit entsprechend zurück gehen. Die offiziell gemeldeten Reserven steigen jedoch weiter an und scheinen keinen Bezug zur Realität zu haben. In vielen Staaten (wie etwa in den beiden größten Förderländern Saudi-Arabien und Russland) sind Details zur Förderung und zu den Reserven Staatsgeheimnisse, was eine Abschätzung der tatsächlichen Lage schwierig macht. Die offiziellen Statistiken sind jedenfalls mit Vorsicht zu genießen und decken sich nicht mit Industriedatenbanken oder mit den Recherchen von kritischen Beobachtern wie ASPO.

Ölförderung und Ölentdeckung
Abbildung 4: Gegenüberstellung der jährlich neu entdeckten Ölvorkommen und der jährlichen Ölförderung. Die großen und leicht zu erschließenden Ölfelder wurden schon früh entdeckt. Die in letzter Zeit neu entdeckten Ölfelder werden immer kleiner und immer schwieriger zu erschießen. Deutlich wird, dass seit etwa 1980 die Förderung die Menge an neu entdecktem Öl übersteigt.
Bildquelle: ASPO Irland / Wikipedia

Peak Gas und Peak Coal

In begrenztem Umfang ist es möglich, Erdöl durch Erdgas zu ersetzten, z.B. in der Stromerzeugung (in Deutschland werden nur etwa 2 % der Elektrizität aus Öl erzeugt, in Europa etwa 4,5 % ), Im Verkehr (Einsatz von Erdgasfahrzeugen) oder bei der Wohnungsheizung. In noch beschränkterem Umfang kann Erdöl auch durch Kohle ersetzt werden, jedoch ist die Kohleverflüssigung mit hohem Energieaufwand und besonders hohen CO₂-Emissionen verbunden. Durch diese beschränkte Ersetzbarkeit entsteht eine gewisse Koppelung des Gas- und des Kohlepreises an den Ölpreis. In Deutschland ist der Gaspreis zusätzlich seit den 60er Jahren durch die Ölpreisbindung an den Ölpreis gekoppelt.

Grundsätzlich gelten für den Verlauf der Förderung von Erdgas und Kohle die selben Mechanismen wie für Erdöl, das heißt auch hier werden die leicht zu erschließenden Felder zuerst ausgebeutet, es gibt ein Fördermaximum, anschließend geht die Förderung zurück, währen mit immer höherem Aufwand an schwer zu erschließenden Stellen mit immer geringerer Ergiebigkeit gefördert wird. Die Hubbert-Kurve ist grundsätzlich auch für Kohle und Gas anwendbar. Beim Erdgas ergeben sich jedoch zusätzliche Transportprobleme.

Auch ohne die Substitution von Erdöl durch Erdgas oder Kohle steigt der weltweite Bedarf an Erdgas und Kohle immer weiter an. Wie beim Erdöl sind auch hier die offiziellen Angaben zu den Reserven mit großer Vorsicht zu genießen.

Peak Gas

Der weltweite Erdgasverbrauch steigt beständig an. Zusätzlich zu den Großabnehmern der industrialisierten Welt treten neue Global Player wie China und Indien auf den Markt. Auch der Eigenverbrauch der Förderländer steigt beständig. Über den Zeitpunkt des Erdgas-Fördermaximums schreibt ASPO Deutschland: „Doch selbst, wenn man die offiziellen Reserveangaben (25 billionen m³) zugrunde legt und alle oben geäußerten Bedenken beiseite schiebt, dann dürfte bei derzeitigem Verbrauchsanstieg die weltweite Gasförderung um das Jahr 2025 das Fördermaximum erreichen.“

In Deutschland hat der Erdgasverbrauch in den letzten zehn Jahren um fast 20 % zugenommen. Etwa ein Drittel des in Deutschland verbrauchten Gases kommt aus Russland. Nach Schätzung der Energy Watch Group und auch von ASPO Deutschland wird sich die Gasförderung in Westeuropa in den nächsten 20 Jahren halbieren. Der Erdgasverbrauch Westeuropas stieg dagegen in den letzten zehn Jahren um etwa zehn Prozent. Um die wachsende Lücke zwischen Eigenproduktion und Nachfrage auszugleichen sind steigende Importe nötig. Neue Pipelines aus dem Osten sollen mehr Gas nach Westeuropa bringen, aber die Kapazität der geplanten Trassen reichen bei weitem nicht aus. Planung und Bau der milliardenschweren Bauprojekte bedürfen zudem jahrelanger Planung, die durch geopolitische Konflikte mit Transit- und Anrainerstaaten verkompliziert werden. Auch Planung und Bau von Terminals zum Import von verflüssigtem Erdgas per Schiff sind langwierig und kostspielig. Die Energy Watch Group geht davon aus, dass im Jahr 2020 in Europa voraussichtlich 200 Mrd. m³ Erdgas fehlen. Es ist zweifelhaft, ob bis dahin die Infrastruktur geschaffen werden kann, um die entsprechenden Gasmengen zu importieren. Nach Schätzung von ASPO Deutschland wären dafür vier bis zehn neue Pipelines nötig, die bis heute noch gar nicht angedacht sind. Es ist aber auch fraglich, ob die entsprechenden Gasmengen überhaupt zur Verfügung gestellt werden könnten, insbesondere angesichts der wachsenden Nachfrage aus China und Indien. ASPO Deutschland rechnet bereits in den nächsten Jahren mit Erdgaslieferengpässen in Westeuropa.

Peak Coal

Der Bedarf an Kohle wächst besonders durch die stark steigende Nachfrage in China und Indien stark an. Treiber sind hier die Stromerzeugung sowie die Stahlverhüttung. Bei der Kohle wird häufig eine statische Reichweite von 200 Jahren angegeben. Jedoch beruht diese Angabe auf der sehr dürftigen Datenlage der offiziell bekannt gegebenen Reserven. Diese Statistiken sind oft veraltet, häufig überhöht und wurden oft seit Jahren nicht mehr aktualisiert. Deutschland kann als Lehrbeispiel für die dürftige Datenlage herhalten: Im Jahr 2004 wertete das Bundesamt für Geowissenschaften und Rohstoffe die deutschen Steinkohlereserven kommentarlos um 99 % (!) von 23 Mrd. Tonnen auf 0.183 Mrd. Tonnen ab. Die weltweit gemeldeten Kohlereserven wurden zwischen 1976 und 2007 um 55 % abgewertet, viel stärker als ein Rückgang aufgrund der Förderung zu erwarten wäre.

ASPO Deutschland geht Bezug nehmend auf eine Kohle-Studie der Energy Watch Group von einem Kohlefördermaximum bereits um das Jahr 2025 aus, selbst wenn diese wahrscheinlich zu optimistisch ausfallende Datenlage als Grundlage dient. „Bis dahin prognostiziert jedoch die Internationale Energieagentur einen viel schneller steigenden Bedarf, was wiederum die Preise in die Höhe treiben dürfte“, so die Energy Watch group. Außerdem könnte das Kohlefördermaximum aufgrund überbewerteter Reserven noch deutlich früher eintreten. Unmittelbar vor der Weltwirtschaftskrise 2008, parallel zur Preisexplosion bei Erdöl, stieg auch der Kohlepreis rasant an und vervielfachte sich innerhalb kürzester Zeit. Erst die Weltwirtschaftskrise mit der in der Folge geringeren Nachfrage nach Energierohstoffen ließ den Kohlepreis wieder zurückfallen, jedoch auf ein deutlich höheres Niveau als vor dem Preisschub. „Dies ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Kohleförderung nicht mehr schnell genug mit der steigenden Nachfrage der Weltwirtschaft wachsen kann“, so die Energy Watch Group.

Die Bedeutung von Peak Oil für unsere Gesellschaft

Was bedeutet es jedoch für uns, wenn Peak Oil – das Ölfördermaximum – erreicht ist? Zunächst einmal bedeutet es, dass etwa die Hälfte allen Öls aufgebraucht ist. Die andere Hälfte liegt noch in der Erde. Die erste Hälfte war allerdings das Öl, das einfach und billig zu fördern war. Die zweite Hälfte muss unter immer schwierigeren Bedingungen gefördert werden (z.B. Tiefsee oder Polares Öl) oder unter hohem Energieaufwand gewonnen und aufbereitet werden (z.B. Teersande in Kanada). Obwohl die Anstrengungen immer größer werden, kann die Förderung jedoch nicht aufrecht erhalten werden und geht unaufhaltsam zurück, während der Bedarf jedoch weiter ansteigt.

Unser Finanzsystem braucht Wirtschaftswachstum. Wenn die Ölförderung jedoch nicht weiter gesteigert werden kann sondern sogar zurück geht, ist dieses Wirtschaftswachstum sehr wahrscheinlich nicht mehr möglich. Wenn wir weiter machen würden wie bisher wäre ein Zusammenbruch unserer Gesellschaft unvermeidlich. Und dieser Zusammenbruch würde nicht erst kommen, wenn alles Öl verbraucht ist, sondern bereits wenn das Fördermaximum überschritten ist die Ölförderung zurück geht, und die Weltwirtschaft zu schrumpfen beginnt. Zeigen wird sich dies wahrscheinlich zuerst in den Finanzsystemen sowie in der Zunahme von Verteilungskonflikten um Öl.

Aussagen wie „das Erdöl reicht noch so und so viele Jahre“ gehen an der Realität vorbei. Diese sogenannte statische Reichweite ergibt sich, wenn man die verfügbaren Reserven und das wahrscheinlich noch zu findende Öl durch die momentane jährliche Ölförderung teilt. Das Problem ist, dass damit der Eindruck vermittelt wird, es gäbe bis zu diesem Zeitpunkt kein Problem und man könnte bis dahin weiter soviel Öl fördern wie bisher, und danach wäre es alle. Tatsächlich kann man aus der Hubbert-Kurve aber erkennen, dass die Ölproduktion immer weiter zurück gehen wird. Das Erdöl wird dabei nie alle werden, aber der Aufwand, um das verbliebene Öl zu fördern wird irgend wann zu hoch sein, spätestens dann, wenn zur Förderung des Öls mehr Energie aufgewendet werden müsste als in dem geförderten Öl steckt. Der für unsere Gesellschaft kritische Zeitpunkt ist nicht der, wenn die statische Reichweite abgelaufen ist, sondern wenn das Fördermaximum erreicht ist. Hier finden die gesellschaftlichen Umbrüche statt, hier klaffen Angebot und Nachfrage auseinander, was den Ölpreis nach oben schnellen lässt, hier kann die Wirtschaft aller Voraussicht nach nicht weiter wachsen sondern beginnt zu schrumpfen, hier geraten die Finanzsysteme ins Wanken. Bereits am Fördermaximum müssen wir uns von einer Wachstumsgesellschaft zu einer Gesellschaft des Gleichgewichts entwickeln.

Jetzt ist unsere Zeit zu handeln

Noch haben wir die Chance, uns auf die kommenden Veränderungen im Energiesektor vorzubereiten. In Deutschlands Haushalten werden 89 % der Energie für Heizung und Warmwasser verbraucht (siehe Abbildung 5), wobei die Haushalte insgesamt mit 30 % zum deutschen Endenergieverbrauch beitragen. Dieser Anteil für Heizung und Warmwasser kann im Neubau, aber auch bei der Altbausanierung stark reduziert werden und der Restbedarf aus regenerativen Quellen wie z.B. Solarthermie oder Holz gedeckt werden. Ein optimaler Ansatz dazu ist das Sonnenhaus-Konzept. Auf diesem Wege kann ein maximaler Grad an Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit auch eine besondere Krisenfestigkeit erreicht werden.

Endenergieverbrauch deutscher Haushalte
Abbildung 5: Endenergieverbrauch deutscher Haushalte nach Verwendungszweck. Deutlich wird der hohe Anteil der Wärmebereitstellung (Heizung und Warmwasser zusammen 89 %) am Energieverbrauch.
Datenquelle: dena / BMWi

Es gibt weltweit eine wachsende Anzahl von Initiativen, die sich für Alternativen zur Ölgesellschaft einsetzen. Hier vor Ort in Kaufungen ist z.B. die Transition Town Initiative Kaufungen gestaltet Zukunft zu nennen. Auch in Kassel gibt es eine Transition Town Initiative. Hier können sich alle Menschen engagieren, die sich für eine ölunabhängige Zukunft ihrer Gemeinde einsetzen wollen.